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Ruhig und unaufgeregt begleitet ein kleiner brauner Hund mit langen Hängeohren seinen Herrn in den Wald, mit dabei der lange Schweißriemen und ein gutsitzendes Geschirr. Doch die Arbeit des Geruchsgenies beginnt erst später. Denn der Bayerische Gebirgsschweißhund ist der Profi für die Arbeit nach dem Schuss.

Der Weidmann sitz auf seinem Ansitz und erspäht „seinen“ Bock, auf den er nun schon lange gewartet hat. Das Ziel fest im Visier drückt der Weidmann ab. Doch der Bock ist wehrhaft und springt noch seinen letzten Satz ins Unterholz. Unter dem Hochstand verharrt des Jägers treuer Jagdbegleiter, der nur darauf wartet, die Arbeit seines Herrn fortzuführen. Das Sprichwort „Jagd ohne Hund ist Schund“ bewahrheitet sich in genau diesen Situationen. Der angeschossene Bock liegt in seiner Deckung, ohne eine rasche Erlösung würde er nur langsam verenden, was weder weidmännisch noch tierschutzgerecht wäre. Als Mensch bräuchte es viel zu lange, um das Stück zu finden, für den Hund ist es ein Leichtes – und seine Lieblingsbeschäftigung noch dazu. Genau deshalb tragen gut ausgebildete Jagdhunde nicht nur zum Ansehen der Jagd bei, auch an der Vermeidung von unnötigem Tierleid haben unsere vierbeinigen Jagdhelfer ihren Anteil.

 

Der Spezialist für die Gebirgsjagd

Dass die Nasenleistung von Hunden die von uns Menschen weit in den Schatten stellt, ist hinlänglich bekannt. Doch das Ausmaß der kaniden Nasenleistung überrascht sogar eingefleischte Hundeliebhaber. Der Bayerische Gebirgsschweißhund bringt aber noch viel mehr mit als eine hervorragende Nasenleistung. Er wurde aus den Wildbodenhunden, den Bracken des Gebirges und den Hannoverschen Schweißhunden gegen Ende des 19. Jahrhunderts herausgezüchtet. Man erinnerte sich an die hohe Leistungsfähigkeit der Gebirgsbracken und ihre Geländetauglichkeit. Sie waren nicht zu schwer, besaßen gerade sehnige Läufe mit kurzen geschlossenen Pfoten und einen nicht zu langen Rücken, damit die Hunde gut wenden und klettern konnten. Ihr dichtes, harsches Haarkleid trotzte den rauen Witterungsbedingungen der Berge. Vor allem zeichnete die Bracken aber der absolute Fährtenwille gepaart mit Fährtensicherheit und -treue sowie Hetzfreude, Fährtenlaut und Wildschärfe aus. So kreuzte man diese Gebirgshunde Ende des 19. Jahrhunderts in Hannoversche Schweißhunde ein. Eine neue Rasse entstand. Unter dem Namen „Bayerischer Gebirgsschweißhund“ wurde diese neue Rasse 1883 eingetragen.

 

Der BGS im täglichen Leben

Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein zutiefst umgänglicher und lernwilliger Vierbeiner, der es seinem Hundeführer leicht macht, ihn zu erziehen und mit ihm zu arbeiten. Er will und braucht eine klare Führung. Er ist aber kein Hund, der nur auf Befehle von Herrchen oder Frauchen wartet, wie es etwa Schäferhunde oder Collies gerne tun.

 

Von seinem Fell her ist der Bayerische Gebirgsschweißhund ausgesprochen pflegeleicht. Ihn ab und an zu bürsten, reicht vollkommen aus. Da dieser Hund (zum Glück) nie zum großen Modehund avancierte, gilt der gesundheitliche Status der Rasse als vorbildlich. Auch in seiner Ernährung ist er eher anspruchslos. Der Bayerische Gebirgsschweißhund eignet sich hervorragend zum Barfen, begnügt sich aber auch mit einfachem Trockenfutter.

 

Da diese Vollblut-Jagdhunde seit vielen Generationen nur dann zur Zucht zugelassen werden, wenn sie verschiedene anspruchsvolle Leistungsprüfungen gemeistert haben, ist ihr Leistungsniveau extrem hoch. Das bringt zugleich aber auch eine Verpflichtung für die Führung eines Bayerischen Gebirgsschweißhundes mit sich. Er braucht die Nasenarbeit, damit er sich wohlfühlt. Sein Element ist die Schweißarbeit. Hier hat er es zur absoluten Meisterschaft gebracht, die er auch ausleben will. Doch es ist nicht nur Schweiß, den der Hund suchen kann und will. Auch andere Nasenspiele sind denkbar, aber eben mehr zur Bespaßung. Um seinen Bayerischen Gebirgsschweißhund richtig glücklich zu machen, braucht es mehr: Er will nicht spielen, sondern arbeiten – und das mit dem nötigen Ernst.

 

Der BGS als reiner Jagdhund

Die Anforderungen, die heute und in der nahen Zukunft an den Bayerischen Gebirgsschweißhund gestellt werden, sind absolute Fährtensicherheit und Fährtentreue. Der Einsatz der Schweißhunde nach Bewegungsjagden wird durch das ständige Anrühren des Wildes und eine Vielzahl von Verleitungen immens erschwert. Absolute Wesensfestigkeit gepaart mit hundertprozentiger Wildschärfe, damit der Gebirgsschweißhund sich von den zunehmenden Umweltreizen nicht ablenken lässt, sind unumstößlich.

Seit einigen Jahren finden sich Bayerische Gebirgsschweißhunde auch immer öfter in Nicht-Jägerhänden wieder. Die Gründe sind klar: ihre unglaubliche Nasenleistung, ihr Findewille, ihre absolute Spurtreue und eben die bereits erwähnte Fähigkeit, sich durch nichts und niemanden von der Geruchsspur ablenken zu lassen. Sind diese Eigenschaften in einer jagdlichen Nachsuche unabdingbar, handelt es sich dabei auch um dieselben Eigenschaften, die es braucht, um als Rettungshund Menschen aufzuspüren oder im Polizeidienst Verbrechern nachzujagen. Im sogenannten „Mantrailing“, oft auch als „Personenspürhunde-Suche“ bezeichnet, geht es darum, einer spezifischen menschlichen Geruchsspur zu folgen.

Ob es sich nun um die Geruchsspur einer dementen Person im Rettungsdienst oder um die Fährte eines Verbrechers im Polizeidienst handelt, ist dem Bayerischen Gebirgsschweißhund am Ende aber egal. Er bleibt, was er ist: eine Geruchsmaschine auf vier Beinen.


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