Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Kostenloser Versand ab 50 €
Versand innerhalb von 24h
30 Tage Geld-Zurück-Garantie
Paypal, Kreditkarte & Sofortüberweisung
Hotline +43 662 872 123

Jagdwissen für Kinder

Woher kommt der Osterhase?

Du kennst ihn gut. Er ist braun oder aus Schokolade, manchmal etwas geheimnisvoll und jedes Jahr rund um Ostern erstaunlich fleißig: der Osterhase. Aber hast du dich schon einmal gefragt, warum ausgerechnet ein Hase die Eier bringt und kein Reh, kein Fuchs und schon gar kein Wildschwein? Schauen wir gemeinsam hinter die Kulissen dieses alten Brauchs – mit offenen Augen und ein wenig Jagdwissen.

Warum ein Hase?

Hasen gehören zu den ersten Wildtieren, die im Frühjahr Nachwuchs bekommen. Während viele andere Tiere noch im Wintermodus sind, sind Feldhasen schon mitten im Familienleben. Das machte sie früh zu einem Symbol für Fruchtbarkeit, Neubeginn und Leben. 

 Auch das Ei steht seit Jahrtausenden genau dafür. Neues Leben, Anfang, Hoffnung. Zwei starke Symbole treffen aufeinander: der Hase und das Ei. Eine ziemlich gute Kombination. 

Woher stammt die Idee vom Osterhasen?

Ursprünglich war gar nicht der Hase das wichtigste Ostertier, sondern das Lamm. Bis heute werden zu Ostern Kuchen in Lammform gebacken. Einer alten Geschichte nach soll sich beim Backen einmal ein Osterlamm so verformt haben, dass es eher wie ein Hase aussah. Hübsch erzählt, aber eher unwahrscheinlich. 

Viel glaubwürdiger ist eine andere Erklärung. Der Osterhase stammt vermutlich aus dem protestantischen Raum und wurde im 18. Jahrhundert besonders in Städten beliebt. Während man in katholischen Gegenden Ostereier weihte, entwickelte sich in evangelischen Familien ein weltlicher Brauch. Eier wurden bunt gefärbt, versteckt und von Kindern gesucht. 

Wer brachte früher die Ostereier? 

 Der Hase war nicht überall sofort der Star. In manchen Regionen brachte die Osterhenne die Eier, anderswo übernahmen Fuchs, Hahn, Kuckuck oder sogar der Storch diese Aufgabe. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich der Hase als gemeinsames Symbol durch und verdrängte seine tierischen Vorgänger. 

Was hat das mit echtem Jagdwissen zu tun? 

 Feldhasen verhalten sich draußen ganz anders, als viele denken. Sie bauen keinen Bau wie Kaninchen, sondern liegen tagsüber in einer flachen Mulde im Feld. Diese Mulde nennt man „Sasse“. Dort verharren sie regungslos, bis die Gefahr ganz nah ist. Dann flüchten sie blitzschnell. 

 Früher glaubten die Menschen, diese Sassen seien Plätze, an denen der Hase etwas abgelegt habe. Eier zum Beispiel. So wurde aus genauer Naturbeobachtung eine fantasievolle Geschichte. 

 Dazu kommt, dass Hasen im zeitigen Frühjahr öfter in Gärten und an Höfen zu sehen waren. Nicht aus Neugier, sondern aus Hunger. Für die Menschen damals war klar: Wenn der Hase im Garten war, dann sicher nicht ohne Grund. 

Eine echte Besonderheit im Tierreich 

Der Feldhase bringt nicht nur viele Junge zur Welt, er kann etwas, das im Tierreich extrem selten ist. Diese besondere Fähigkeit nennt man „Superfötation“. Das bedeutet, dass eine Häsin erneut trächtig werden kann, obwohl sie bereits trächtig ist. In ihrem Körper entwickeln sich dann Jungtiere in unterschiedlichen Entwicklungsstadien gleichzeitig. Während die einen kurz vor der Geburt stehen, sind andere noch ganz am Anfang. 

 Für die Natur ist das ein kluger Trick. Der Hase lebt offen in der Feldflur, ohne schützenden Bau. Seine Jungen sind von Anfang an vielen Gefahren ausgesetzt. Durch die Superfötation kann die Häsin mehrere Würfe in kurzer Zeit bekommen und so Verluste ausgleichen. 

Im Durchschnitt bringt eine Häsin pro Wurf zwei bis fünf Junghasen zur Welt. Über ein Jahr hinweg können es mehr als zwanzig Junge sein. Genau diese außergewöhnliche Fruchtbarkeit hat den Hasen seit Jahrhunderten zum Sinnbild für Leben, Neubeginn und Frühling gemacht. 

Ein Bild mit Bedeutung 

Schon seit dem 18. Jahrhundert taucht auf Ostereiern ein besonderes Motiv auf. Drei Hasen, die im Kreis laufen und sich drei Ohren teilen. Jeder Hase scheint zwei Ohren zu haben, doch insgesamt sind es nur drei. Dieses sogenannte „Dreihasenbild“ stand lange für Zusammenhalt und wurde auch als Zeichen der Dreieinigkeit gedeutet. Da es häufig als Osterschmuck verwendet wurde, zog man daraus den Schluss, dass die abgebildeten Hasen auch die Eier brächten. 

 Der Osterhase ist also kein Zufall. Er ist das Ergebnis von Naturbeobachtung, Frühlingsgefühlen, religiösen Symbolen und ein bisschen menschlicher Fantasie. Und wenn du an Ostern im Morgengrauen draußen bist, vielleicht am Feldrand oder auf der Wiese, und ein Hase sitzt plötzlich reglos da, dann weißt du jetzt mehr als viele andere: Der Osterhase ist kein Märchenwesen. Er hat ein echtes Vorbild draußen in der Natur.

Steckbrief Feldhase

  • Gewicht: 4–7 kg
  • lange Löffel mit schwarzen Spitzen
  • große, seitlich stehende Augen
  • kräftige Hinterläufe für hohe Geschwindigkeit
  • Fellfarbe: braun bis graubraun
  • lebt ohne Bau in einer „Sasse“
  • aktiv in der Dämmerung und nachts
  • sehr gutes Gehör und weites Blickfeld
  • Pflanzenfresser
  • Jungtiere kommen behaart und sehend zur Welt