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Seit fast 10 Jahren legst du schon Blühflächen auf deinem Grund an. Seit Kurzem gibt es auch eine Initiative mit der Salzburger Jägerschaft, um Patenschaften für solche Blühflächen zu vergeben. Wie kam es dazu?

Das hat mit der Niederwildhege zu tun. Ende der 90er-Jahre gab es ausgehend vom österreichischen Naturschutzbund ein Projekt, 100 km Hecken in Österreich bis zum Jahr 2000 zu pflanzen. Das haben allein wir im Flachgau schon zu Wege gebracht! Das war auch eine super Sache zur Biotopverbesserung für das Niederwild. Nur wurden dann alle diese Hecken automatisch als Biotope kartiert und viele Bauern waren plötzlich nicht mehr Herr über ihren Grund und Boden. Verständlicherweise wollten viele dann keine mehr anlegen. Da wir aber wussten, wir müssen weiterhin was für das Niederwild tun, sind wir durch die Biodiversitätsdiskussion auf andere Sachen – wie eben die Blühflächen – gekommen. Mittlerweile haben wir schon 15 ha im Flachgau angelegt und würden das auch gerne weiter ausbauen.

Was ist eure größte Herausforderung im Moment?
Dass wir Flächen kriegen. Die Bereitschaft der Landwirte nimmt zwar zu, aber langsam. Es ist einfach immer noch das Misstrauen in Folge dieser Biotopkartierung da. Wir haben aber die Zusage der Politik, dass diese zeitlich begrenzten Blühflächen keine Biotope werden!

Wer kann sich am Ausbau der Blühflächen beteiligen?

Jeder. Entweder durch finanzielle Hilfe beim Saatgutkauf, durch zur Verfügungstellung von Flächen oder durch beides. Blühflächen können übrigens auch als Biodiversitätsflächen herangezogen werden!

Wie groß sollten die Blühflächen mindestens sein?

Wir fördern mit den jagdlichen Programmen von 3000 qm bis ca. 1-2 ha. Eine größere Fläche ist immer von Vorteil, wenn das aber nicht geht, ist aber auch ein kleiner Fleck besser als nichts.

Wo bietet sich die Anlage von Blühflächen besonders an?

An den Grundgrenzen zum Beispiel. Im Idealfall wenn es beidseitig gemacht wird, also zusammen mit dem Nachbar. Dadurch kann man eine gewisse Breite schaffen.

Wie lange gilt so eine Patenschaft?

Unterschiedlich. Wir machen gerne 5-jährige Blühflächen, aber es gehen auch ein oder zwei Jahre.

Worin liegt der Unterschied, wenn man es länger macht?

Die Saatgutzusammensetzung ist natürlich eine andere. Bei den kürzeren Blühflächen mischen wir mehr einjährige Pflanzen wie Sonnenblumen hinein, das blüht dann wirklich schön, bei länger bestehenden verwenden 

wir mehr mehrjährige Pflanzen. Der Hauptunterschied ist aber die „geordnete Unordnung“, die entsteht, wenn die Pflanzen abblühen können, zusammenfallen und dann im nächsten Frühling noch bestehen bleiben. Wir empfehlen das ein Jahr stehen zu lassen. Also nur einmal in zwei Jahren die Pflanzen abzuräumen und generell frühestens im August abzumähen.

Warum ist das wichtig?

Wenn die Pflanzen im Herbst umfallen, dann entstehen Hohlräume, in die sich etwa die Hasen zurückziehen können. Da tut sich der Fuchs beim Durchsuchen schwer und auch die Krähen. Diese Unordnung ist der ideale Schutz: Was drunter brütet und setzt, ist nicht sichtbar.

Stichwort Fuchs: der ist bei der Niederwildhege ja auch ein großes Thema. Soll man Blühflächen in der Nähe eines Hochstandes bzw. Luderplatzes anlegen?

Ja, das kann man schon machen. Wobei diese umgestürzten Pflanzen selbst ja schon der beste Luderplatz sind! In den Hohlräumen versteckt sich nicht nur das Niederwild, sondern tummeln sich auch Mäuse über Mäuse.

Worauf muss man bei der Anlage von Blühflächen zur Biotopverbesserung des Niederwilds sonst noch achten?

Wichtig ist die Raubwildjagd bei gleichzeitiger Lebensraumverbessern. Weil was hab‘ ich von „Schöner Wohnen“, wenn ich vorher gefressen werde?

Interview: Sepp Zauner, Eva Weiler
Fotos: Doris Wild