Wertvoll für Wild und Natur
Die Schlehe (Prunus spinosa), auch Schwarzdorn oder Schlehdorn genannt, gehört zu den Rosengewächsen. Ihre weißen Blüten erscheinen bereits im Frühjahr, noch bevor sich das Laub vollständig entwickelt. Im Herbst reifen die kleinen, dunkelblauen Steinfrüchte. Für uns Jäger ist die Schlehe weit mehr als ein Wildobst. Ihre dichten, dornigen Hecken bieten Vögeln Schutz und Brutplätze. Im Frühjahr werden die Blüten von zahlreichen Insekten besucht, später dienen die Früchte verschiedenen Vogelarten als Nahrung. Strukturreiche Hecken sind außerdem wertvolle Bestandteile des Lebensraumes für Niederwild. Eine Schlehenhecke ist also nicht einfach nur ein Gestrüpp am Feldrand. Sie ist Deckung, Kinderstube und Speisekammer zugleich.
Warum erst nach dem Frost?
Schlehen erntet man nach dem ersten Frost“, lautet eine alte Empfehlung. Der Grund dafür liegt vor allem in den darin enthaltenen Gerbstoffen. Sie sorgen für den typischen herben, zusammenziehenden Geschmack. Mit zunehmender Reife werden die Früchte angenehmer. Frost und anschließendes Auftauen können ihre Konsistenz und geschmackliche Wahrnehmung zusätzlich verändern. Wer nicht auf kalte Nächte warten möchte, kann reife Schlehen deshalb auch ernten und einfrieren. Romantischer ist natürlich der erste Frost im Revier – p. Praktischer ist das Gefrierfach.
Schlehen für Küche und Hausgebrauch
Schlehen enthalten unter anderem Gerbstoffe, Anthocyane, organische Säuren und Vitamin C. Blüten und Früchte haben außerdem eine lange Tradition in der europäischen Volksheilkunde. Überlieferte Anwendungen sollten allerdings nicht mit wissenschaftlich nachgewiesenen Heilwirkungen gleichgesetzt werden.