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Rot und Schwarzwild: – Haben wir die Bestände im Griff?

Besonders in Gebieten, wo in denen Schwarzwild neu auftritt, kann dies eine Reihe von Problemen nicht zuletzt für das Rotwild mit sich bringen – . Nicht nur sowohl hinsichtlich der Verträglichkeit der beiden Wildarten als , sondern auch im Zusammenhang mit der Bejagung des Schwarzwildes (Kirrung?, Nachtjagd?), der Erhöhung des Jagddruckes und mit einem zusätzlichen Schadenspotenzial durch schwarzwildbedingte Grünlandschäden.

Rot- und Schwarzwildstrecken steigen europaweit aus unterschiedlichen Ursachen seit Jahrzehnten. Die Notwendigkeit der Reduktion hoher Wildbestände kann verschiedene Gründe haben. Einerseits wird sie beispielsweise im Zuge der Seuchenbekämpfung oder und der Verringerung des Übertragungsrisikos von Krankheiten gefordert, andererseits kann sie auch wegen Wildschäden oder Lebensraumverlusten erforderlich sein. Auch die Schwierigkeiten der Wildstandserfassung und -reduktion am Beispiel von Rot- und Schwarzwild sollen in diesem Beitrag diskutiert werden. Die Einflussfaktoren auf die Höhe von Wildbeständen sind mannigfaltig und nur auf einen Teil dieser Faktoren kann (besonders beim Schwarzwild) jagdlich reagiert werden. Als fünf Hauptgründe für die Regulierung bzw. Reduktion von hohen oder ungünstig strukturierten Rot- bzw. Schwarzwildbeständen können beispielhaft angeführt werden: Probleme mit der Wildtiergesundheit in einer Region (z. B. Tuberkulose, Paratuberkulose, Afrikanische Schweinepest, Aujeszkysche Krankheit) in einer Region Wildschäden, übermäßiger Wildeinfluss auf die Vegetation SSchwindende (Winter-)Lebensräume oder Mehrfachnutzung von Lebensräumen GGeplante Auflösungen von Rotwildfütterungen (Reduktion des Rotwildes vor einer Fütterungsauflösung!) Verminderung der Kosten für die Rotwild-Winterfütterung und des Jagd- bzw. Personala-Aufwandes für die zukünftig erforderliche Bejagung.

Ein Einfluss des Schwarzwildes auf andere Schalenwildarten ist einige Zeit nach der Zuwanderung des Schwarzwildes beobachtbar (Rehe dürften am empfindlichsten reagieren), in wenigen Jahren kommt es aber jedoch zu einer Habituation (Gewöhnung). Nicht zu vernachlässigen ist aber jedenfalls der Einfluss des Schwarzwildes auf das Auer- und Birkwild und sowie seine Bruterfolge.


Bei Betrachtung der Ausbreitung des Schwarzwildes im Alpenraum kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass diese nicht überall ganz ohne menschliches Zutun erfolgt sein soll. Beim Rotwild haben Auswilderungen ohnedies Geschichte.

Rotwild

Die Rotwildstrecken stiegen in Österreich seit in den letzten rund 100 hundert Jahren kontinuierlich an und erreichten 2017 beim Rotwild mit 61.545 Stück und 2021 beim Schwarzwild mit 51.758 Stück bisherige Höchstwerte, seit es Aufzeichnungen gibt. Trotz stark gestiegener Strecken sinken vielerorts die Rotwilddichten vielerorts nicht und Rotwild tritt – wie in Nachbarländern – auch wieder in Regionen auf, wo es noch nie auftrat oder wo es in den letzten Jahrzehnten nicht mehr vorkam. Ursache dieses Phänomens ist meist ein zu den weiblichen Stücken hin verschobenes Geschlechterverhältnis mit hohen Zuwachsraten.

Die Notwendigkeit, Rotwildbestände auf das Maß der wirtschaftlich tragbaren Lebensraumkapazität herabzusetzen, wird von den Beteiligten in vielen Fällen zu spät erkannt und es fehlent in der Folge oft der Wille und/oder das ausreichende Durchhaltevermögen sowie ausreichend geeignete Jäger und Jägerinnen. Grundlage für jede Rotwildregulierung bzw. -reduktion ist eine möglichst realistische Erfassung der Trends von Rotwildbeständen, sowohl was den Gesamtbestand als auch das Geschlechterverhältnis betrifft. Hohe Abschussvorgaben und verzögerte Abschusserfüllung erhöhen meist den Jagddruck und verändern das Raum-Zeit-Verhalten des „belehrten“ Rotwildes. Mit steigendem Bejagungsaufwand und sinkendem Abschusserfolg lässt die Motivation der verantwortlichen Jäger nach und das Ziel einer effizienten Rotwildregulierung rückt immer weiter in die Ferne. Die effiziente Wildstandsregulierung beim Rotwild ist angesichts der außerordentlichen Sinnesleistungen und der Lernfähigkeit des Rotwildes sicher eine der größten jagdlichen Herausforderungen, Äähnliches gilt für wie die die Schwarzwildbejagung. Treten beide Wildarten mit entsprechenden Schäden in einer Region auf, können sich Probleme gegenseitig hochschaukeln (Abb.  1). Zukünftig unbedingt notwendig sein wird eine kreative Veränderung von Jagdstrategien. Wer für das Wild möglichst „unkalkulierbar“ ist, macht es durch „abwechslungsreiche“ Bejagung am wenigsten scheu. Bei gleichbleibender Jagdstrategie hingegen sinkt der Jagderfolg sukzessive und die Abschüsse lassen sich immer schwerer erfüllen – vor allem bei wiederholt „belehrten“ Alttieren, denen man schon mehrfach ihre Jungtiere weggeschossen hat. Auch ein Schuss in große Rudel bringt viele „stumme Zeugen“. In den meisten Regionen hat sich deshalb das Verhalten des Rotwildes über die letzten Jahrzehnte stark verändert und einhergehend damit wurde die Bejagung schwieriger. Das Rotwild verlegte seine Hauptaktivität auf Freiflächen in die Nachstunden und besonders Kahlwild verringerte seine Streifgebietsflächen, da erfahrungsgemäß jede Bewegung mit Gefahr verbunden ist. ODas oberstes Ziel nach jeder Reduktionsphase sollte es sein, noch vertrautes Wild mit einer guten Struktur (Altersklassen, Geschlechterverhältnis) im Revier zu haben. Jeder Rotwildspezialist hat unterschiedliche Strategien, um diese zu erreichen. Jedes Revier hat andere Voraussetzungen (Jäger, Gelände, Erschließung, Größe, Ruhezonen etc., …) und wird unterschiedliche, teils gegensätzliche Ansätze entwickeln, um zum gleichen Erfolg zu kommen. Notwendig ist jedenfalls ein Einfühlungsvermögen für Rotwild und nicht ein blindes Vertrauen auf Waffentechnik und Optik.


Scheu vererbt sich, mutig stirbt aus!

In Bezug auf die Jagd sollte neben den beeindruckenden Sinnesleistungen des Wildes auch das Verhalten in Bezug auf die „Charaktereigenschaften“ der I Einzelindividuen im Hinterkopf behalten werden. Eine größere, mehrjährige Untersuchung an Wapitis zeigte hierzu interessante Ergebnisse. So ließen sich die besenderten Tiere zwei großen Gruppen zuordnen: Entweder es waren vorsichtige Stücke, welche sich kleinräumiger bewegten, vorrangig in deckungsreichem Gelände unterwegs waren und sich gerne versteckten, oder sie gehörten zur Gruppe von agileren, bewegungsfreudigeren Tieren, welche auch häufiger in lichten Arealen oder auf Freiflächen anzutreffen waren. Der Nachteil dieses Verhaltens war allerdings, dass Tiere mit diesem Verhalten öfter, weil leichter, von Jägern erlegt wurden. Denkt man diese Studie weiter, so würde es das für das heimische Rotwild bedeuten, dass sich langfristig die Anzahl der im Verhalten scheueren Stücke immer weiter erhöht. Denn iIn vielen Revieren ist es beispielsweise nur mehr wichtig, dass genügend Wild zur Strecke gebracht wird, denn die Zeit ist oftmals (leider) nicht mehr gegeben, um tatsächlich selektiv zu jagen. Nicht nur, dass die Anzahl scheuerer Tiere stetig zunimmt, dieses scheue Verhalten der immer größer werdenden Gruppe wird auch an Kälber und Schmalstücke weitergeben – und die Spirale beginnt sich zu drehen. Und nNoch weitergedacht, stellt sich die Frage, wie lange es dauert, bis sich solche, dem Überleben dienende Verhaltensweisen auch genetisch durchsetzen und zusätzlich über das Erbgut weitergegeben werden, wenn dies nicht bereits über den „Charakter“ der Fall ist. In der vorliegenden Studie zu den Wapitis wird dies bereits diskutiert und für die Rotwildbejagung könnte es zukünftig noch größere Herausforderungen bedeuten. … Auch Schwarzwild reagiert ähnlich dem Rotwild in kurzer Zeit auf den Jagddruck und versteht es, sich der jagdlichen Verfolgung geschickt zu entziehen.

Erfolgreiches Schwarzwild

Wildschweine haben von allen Paarhufern weltweit die höchste Fortpflanzungsrate, betreiben intensive Jungtierfürsorge, sind frühreif und leben in matriarchalen Strukturen mit generationenübergreifender Weitergabe der Erfahrungen. Mittlerweile ist in Gunstlagen schon in jedem Monat des Jahres mit Würfen zu rechnen und Frischlinge können mit sieben7 Monaten schon selbst wieder trächtig werden. „Kinder“ bekommen also schon „Kinder“. Die „Mutter-Kind-Bindung“ kann zwei2 bis drei Jahre dauern, was eine intensive Weitergabe der Erfahrungen gewährleistet. Wildschweine gehören auch zudem zu den Landsäugetieren mit dem weltweit größten Verbreitungsareal und sie verfügen über gute Voraussetzungen, neue Lebensräume zu erobern, was in den letzten beiden Jahrzehnten im Alpenraum oder auch in Großstädten geschehen ist – und weiterhin geschieht. Schwarzwild ist eine Pionierart mit ausgeprägter Anpassungsfähigkeit. Bereits in prähistorischer Zeit und bis ins Spätmittelalter war Schwarzwild ein häufig gejagtes Wild. Mit großflächigen Entwaldungen, der Umwandlung in Weide- und Ackerland und der Revolution 1848 mit der Jagdmöglichkeit für die breite Bevölkerung verschwand es aus weiten Teilen Mitteleuropas. Ursprünglich war Schwarzwild in Europa, Asien und Nordafrika verbreitet und wurde später, außer in der Antarktis, auf allen Kontinenten als Jagdwild ausgewildert. In vielen Ländern kam es auch zu zufälliger oder gewollter Kreuzung zwischen Wild- und Hausschweinen. In Amerika wird mittlerweile zur „Bekämpfung“ solcher Hybride, welche in der Landwirtschaft massive Schäden anrichten, Gift (Natriumnitrit) eingesetzt. Schwarzwildhege vor dem Hintergrund des Klimawandels und der sich stetig verbessernden Äsungsgrundlage für das Schwarzwild (Häufung von Mastjahren bei Buche und Eiche, Zunahme der Maisanbaufläche um 1 Mio. Hektar zwischen 2000 und 2015 allein in Deutschland, Schwarzwildkirrung/-fütterung uswetc.) sollte flächendeckend keine mehr betrieben werden. Wenn schon Rotwild bei einer durchschnittlichen Zuwachsrate bei ausgeglichenem Geschlechterverhältnis von 30 Prozent% vielerorts jagdlich nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, besteht nur wenig Hoffnung, Schwarzwildbestände mit jährlichen Zuwachsraten zwischen 200 und 300 Prozent% vom Winterbestand unter den derzeitigen Umweltbedingungen auch nur stabil halten zu können – und es ist schon gar nicht zu hoffen, sie deutlich reduzieren zu können! Für Italien, wo Schwarzwild früher auch massiv ausgewildert wurde, wird angenommen, dass sich das Schwarzwild es sich seit Beginn dieses Jahrtausends auf mittlerweile rund 1 Million Tiere verdreifacht hat.


Faktoren der Wildlenkung

Die Lenkung des Rotwildes in Raum und Zeit wird in hohem Maße durch menschliche Faktoren und Umweltfaktoren beeinflusst. Zu den ersteren zählen Jagd(-druck), Forststraßennetz, Freizeitnutzung der Natur, Ruhezonen (touristisch und jagdlich), Fütterungen (Fütterungsbeginn!), Äsungsflächen, forstliche Maßnahmen (Auflichtung von Altbeständen, Durchforstungen), illegale Rotwildkirrungen sowie und Sauenkirrungen, Silolagerung, Ganzjahresfreilandhaltung von Rindern/Pferden sowie Verstänkerungen oder bewusste und unbewusste Jagdstörungen. An Bei den Umweltfaktoren sind besonders vor allem mildere Winter, Hitze-/Trockenperioden (Almen!), Wassermangel, intensivere Grünlandnutzung, Gülledüngung („menschlicher Umweltfaktor“) oder das Vorkommen großer Beutegreifer (wie z. B. Wolf) von Bedeutung. Rotwild verfügt über ein Langzeitgedächtnis, sowohl für negative als auch positive Erlebnisse, und der Sicherheitsaspekt steht für Rotwild über allem.

Ältere Faktoren

Als Jungjäger wurden wir von den Altvorderen noch so geschult, dass es unweidmännisch oder nahezu frevelhaft sei, an einem Tag mehr als ein Stück Schalenwild zu erlegen. Bei dieser Einstellung wurde damals quer durch die Lande vielen Tieren das Kalb oder Schmalstück weggeschossen und das Tier geschont, obwohl damals noch häufiger die Möglichkeit von Mehrfachabschüssen vorhanden gewesen wäre. Dass schon damals die Muttertiere mit oft mehrfachen Verlusterfahrungen vorsichtiger wurden, liegt wohl auf der Hand. Über die letzten Jahrzehnte war es natürlich leichter, die „Unvorsichtigeren“, die abends früher austraten oder morgens später einzogen, zu erlegen als die Vorsichtigeren. Auch das hat schon frühzeitig die Spirale der Scheuheit angetrieben. War es früher auch nicht schwierig, bei Rotwildrieglern trotz Autotürenschlagens und lauter Unterhaltung samt Husten bis zum Stand das eine oder andere Stück Rotwild zu erlegen, flüchtet Rotwild heute schon weiträumig auf große Distanzen, sobald in einen Graben morgens plötzlich mehr als ein Auto einfährt – oder es lässt andernorts Durchgeher oder Treiber auf wenige Meter vorbei und drückt sich gekonnt, wie Rehe oder Hasen dies tun. …


Jüngere Faktoren

Die Zunahme der ganzjährigen Naturnutzung durch uns Menschen über Tag und Nacht, sowie die Ausdehnung des Verbreitungsgebietes des Schwarzwildes mit zusätzlichem Jagddruck auch in der Nacht und nicht zuletzt das Auftreten des Wolfes sind weitere wesentliche Lenkungsfaktoren für das Rotwild. Durch die schwierigere Bejagbarkeit ergriff man (mitunter illegale) Methoden, die den Jagderfolg wieder steigern sollten. und dDiese Methoden – seien dies Kirrungen, Nachtjagd, Bejagung vom Auto aus oder an Fütterungswechseln sowie schlecht organisierte Bewegungsjagden – waren ebenfalls Grüunde für eine die weitere Steigerung der Scheuheit. Seien dies Kirrungen, Nachtjagd, Bejagung vom Auto aus oder an Fütterungswechseln sowie schlecht organisierte Bewegungsjagden. Was nur ansatzweise versucht wurde, sind revierübergreifende Jagden, die mit einer einmaligen Beunruhigung größere Strecken erwarten lassen. Stattdessen wird versucht, Jagdgrenzen „dicht“ zu machen oder Rotwildwechsel zu verstänkern. Neben den akustischen Mitteln (außerjagdliche Schüsse, laute Stimmen, Autotürenschlagen oder Durchfahren zu besten Jagdzeiten etc., …) kommen auch olfaktorische Mittel zur Anwendung. Mit jeglicher Form von gezielten Wildbeunruhigungen oder Jagdstörungen wird die Spirale der ohnedies stetig steigenden Scheuheit des Rotwildes nochmals angeheizt, was schlussendlich die Bejagbarkeit noch viel schwieriger macht und zugleich die Wildschadenssituation anheizt. Solche Praktiken fallen schlussendlich dem Rotwild sprichwörtlich „auf das Haupt“, zumal es bei Behinderung der Bejagung zu den gesetzlich festgesetzten Schusszeiten vermehrt zu Schadwildabschüssen auch außerhalb der regulären Schusszeit kommt. Die vermeintlichen „Rotwildschützer“ werden so zu Totengräbern des Rotwildes. Es wird eine wesentliche Zukunftsfrage der Jagd, ob und wie wir mit Rot- und Schwarzwildbeständen jagdlich zurechtkommen – jedenfalls bringt das gemeinsame Vorkommen beider Arten vielerorts jagdliche Probleme mit sich. (Fotos: A. Deutz) 


Sind wir die Krone der Schöpfung?

Ein Grundübel ist vermutlich, dass der Mensch (Homo sapiens, „sapiens“ steht für „verstehender, verständiger“ oder „weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger“ Mensch) seine Fähigkeiten über- und jene von (Wild-)Tieren bei Wweitem unterschätzt – s. So auch die Fähigkeiten der Sinnesorgane sowie das Merkvermögen von Rotwild., das Rotwild ist imstande ist, einmalig gemachte negative Erfahrungen rund fünf5 Jahre zu speichern. Diese Erfahrungen werden natürlich auch an die Nachkommen weitergegeben, allein schon durch ein vorsichtigeres Verhalten in Raum und Zeit. In vielen Rotwildregionen fällt in den letzten Jahren auf, dass besonders Kahlwild immer kleinere Streifgebiete hat, sicherlich aufgrund der Erfahrung, dass jedes weitere Wechseln mit zusätzlichen Gefahren verbunden ist. So stehen Tiere mit ihrem Nachwuchs über den Sommer oft nur auf wenigen Hektarren in Gräben, wo sie Äsung, Wasser und Deckung haben. Vermutlich ist es nur eine Frage von wenigen Generationen, bis dieses erworbene vorsichtigere Verhalten nicht nur anerzogen wird, sondern zusätzlich über das Erbgut weitergegeben werden kann (Epigenetik). Für die Rot- und auch die Schwarzwildbejagung lässt dies in Zukunft enorme Schwierigkeiten erwarten. 

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft 


Ein Zitat aus der Gemeindechronik von St.  Blasen im, Bezirk Murau (BRUNNER, 2009), über die Zeit vor 1848 besagt: „Das Jagdrecht auf Rotwild und Wildschweine stand auf den dem Grundherrn (Benediktinerstift St. Lambrecht) eigentümlich gehörigen Gründen ebenso wie auf denen der untertänigen Bauerngüter. Ein Verstoß gegen dieses grundherrschaftliche Jagdrecht, also die Wilddieberei, wurde gleich wie der Fischereifrevel mit dem Verlust des Augenlichtes bestraft. Während Rotwild, Wildschweine und das Reisgejaid (Jagd auf Niederwild) der Stiftsherrschaft vorbehalten waren, war die Jagd auf den Marder und Füchse grundsätzlich den bäuerlichen Untersassen überlassen, doch mussten sie bei einer Strafe von zehn Pfund Pfennig das erbeutete Wild ebenfalls dem Grundherrn zum Kauf bringen.“ … Heute Im Laufe der Zeit sind wurden bei einigen Tierarten die Namen gegenüber frühereiniger Tierarten geändert, um sie nicht mehr mit einem „Schädling“ zu assoziieren (Fischreiher > Graureiher, Lämmergeier > Bartgeier), andererseits erhielten bei einzelnen großen Säugetierarten, wie Rot- und Schwarzwild blieb das Etikett eines Schädlings allerdings erhalten. Es werden sogar Rufe nach drastischen Maßnahmen laut, die qualitativ und quantitativ oft einer Schädlingsbekämpfung nahekommen. Die abwertende Wortwahl birgt die Gefahr, dass die Hemmschwelle zum bezüglich des Einsatzes diverser Methoden sinkt. Es wird eine ganz wesentliche Zukunftsfrage für das Weiterbestehen der Jagd in Mitteleuropa sein, ob in den nächsten wenigen Jahren die vielerorts schwelende „Rot- und Schwarzwildproblematik“ in den nächsten Jahren jagdlich beherrscht werden kann. Bei einem Scheitern macht sich die Jagd noch angreifbarer, als sie es ohnedies schon ist. Hauptsächlich wird es von unserem „Wollen“ und „Können“ abhängen, und von dem Umstand, dass wir nicht weiterhinaufhören, diese beiden hochsozialisierten Wildarten von ihren Fähigkeiten her maßlos zu unterschätzen.